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Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.         Jesus Sirach 1,10

Dieser Vers steht aus evangelischer Sicht nicht im sogenannten kanonischen Teil der Bibel – also nicht im regulären Teil des Alten oder Neuen Testaments. Der Vers steht im Buch (Jesus) Sirach, das zu den sogenannten Apokryphen zählt. Dabei handelt es sich um Texte, die im Umfeld der Geschichte des alten Volkes Israel und im Vorlauf zum Leben Jesu entstanden sind, aber nicht zur eigentlichen Bibel gehören. Wegen ihres Inhalts sind sie aber trotzdem in einigen Bibelausgaben enthalten.

Wir lesen eigentlich nie in den Apokryphen. Und doch finden sich darin gute Gedanken. Der Monatsspruch ist ein solcher Gedanke: „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.“

Was ist Weisheit? Die Menschen der Bibel meinen damit so etwas wie einen inneren Kompass, der das rechte Maß angibt. Einen Kompass, der hilft, die Balance zu halten zwischen Alleinsein und Gemeinschaft, zwischen Sammeln und Loslassen, Arbeit und Ruhe, Ernst und Ausgelassenheit, Gewohnheit und Kreativität.

Das weise Herz, dieser innere Kompass, wird in der Bibel erläutert: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn“ (Sprüche 9,10; Psalm 111,10). Die Ehrfurcht vor Gott - das klingt nicht gerade angenehm: Der Satz bezeichnet Erschrecken und Staunen zugleich. Ehrfurcht vor Gott, das meint doch: Ich selbst beherrsche mein Leben nicht; das Leben läuft nicht nach einem Masterplan ab, den ich mir ausdenken könnte.

Ehrfurcht vor Gott heißt auch: Ich erschrecke über eigene Fehler, über mangelnde Wachheit, über die Vergeblichkeit mancher Aktivität; und dann staune ich wieder, wie ich unerwartet Kraft bekomme, welches Glück mir geschenkt ist, welch eine Gnade es ist, etwas Großartiges zu erleben. 

Ehrfurcht vor Gott, Ehrfurcht vor dem Leben führt mich dazu, dass ich dankbar bin für die Gaben, die mir mitgegeben sind, und aufmerksam für die Aufgaben, die mir gestellt sind; dass ich mich dem Leben hingebe und mit Mut und Neugier herangehe an die Herausforderungen und Überraschungen des Lebens.

Kommen wir zurück zu unserem Monatsspruch: „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit“. Das klingt nun nicht so furchterregend, sondern es macht deutlich, wie schön es bei allem Erschrecken und Staunen über das Leben ist, mit Gott verbunden zu sein. Ich lebe nicht nur so in den Tag hinein mit Angst und Schrecken, mit Lust und Eifer – je nachdem. Ich lebe nicht nur so dahin. Ich werde auch nicht gelebt durch all das, was mich treibt oder mit mir geschieht, sondern ich weiß mich verbunden mit dem Leben, mit meinem Leben, das ich annehme, mit meinem Gott, der mir dieses Leben gibt und mich beauftragt.

Wir erleben viele Situationen, wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind. In der Gesellschaft sind wir mit scheinbar unlösbaren Problemen konfrontiert: Frieden, der von vielen Seiten bedroht wird. Aufrüstung, wo wir meinen, es gäbe keine Alternative. Wetterkatastrophen und  Dürren, die sich zu häufen scheinen. Energie, die unbezahlbar wird. Wie gewinnen wir da eine Perspektive für die Zukunft?

Wieder möchte ich zurückkommen auf den Monatsspruch: „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit“. Vertröstet etwa dieser Vers nur? Ein Wort, das einen Teppich über unsere Probleme deckt? Ich denke: nein. Sondern ein Wort, das uns die Augen für die Wahrheit öffnet.

Unsere Zeit braucht Menschen, die besonnen reden, besonnen nachdenken und besonnen handeln. Menschen, die versuchen, den Problemen unserer Welt auf den Grund zu gehen. Es braucht Menschen, die bereit sind umzukehren und damit beginnen, sich zu ändern.

Wir können solche Menschen sein, wenn wir Gott lieben. Denn Gott lieben, das bedeutet, auf seine Zusagen zu bauen und zu vertrauen. Das bedeutet, die Welt mit den Augen Gottes zu sehen. Gott sieht eine Zukunft für uns. Gott will, dass wir einen guten Weg finden. Gott kennt uns alle mit Namen und gibt keinen von uns verloren.

So zu leben ist weise. Denn indem wir Gott lieben und an seinen Zusagen festhalten, werden wir vor Panik, Wut oder Verzweiflung bewahrt. Da können wir lernen besonnen zu leben. Da behalten wir einen Hoffnungsfaden in der Hand, der durch nichts zerrissen wird. Wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind, ist es weise das Vertrauen auf Gott nicht zu verlieren.

Matthias Kasemann

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